Beispiele für Wohlklang in der Poesie

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Von allen literarischen Mitteln ist Wohlklang vielleicht dasjenige, das man am meisten mit der Poesie verbindet. Definiert als das harmonische Zusammenspiel von Klängen, stützt sich der Wohlklang auf Vokale und bleibt auch ohne Reim oder Metrum ein Markenzeichen des Verses. Zusätzlich zu Vokalen können auch wohlklingende Konsonanten mit partiellen Vokallauten Wohlklang erzeugen. Beispiele für Wohlklang gibt es in den meisten Arten von Gedichten, obwohl das Mittel seinen populären Höhepunkt im romantischen Vers des 19. Jahrhunderts erreichte.

Gedichte mit Wohlklang

John Keats‘ „To Autumn“, eines der am meisten anthologisierten Gedichte der englischen Literatur, enthält klassische Beispiele für Wohlklang. Die Zeilen „Close bosom-friend of the maturing sun; / Conspiring with him how to load and bless / With fruit the vines that round the thatch-eves run;“ mit ihrem starken Gebrauch von Vokalen, um angenehme Bilder zu beschreiben, dienen als repräsentatives Beispiel. Alfred Lord Tennysons Gedicht „Die Lotosfresser“ zeigt die Beherrschung des Wohlklangs in Zeilen wie „Dunkle Gesichter bleich gegen die rosige Flamme, / Die mildäugigen melancholischen Lotosfresser kamen.“ Weitere Beispiele für Wohlklang finden sich in Edgar Allen Poes „The Bells“, das den Wohlklang nutzt, um das Läuten von Kirchenglocken zu imitieren, und in Wallace Stevens‘ „Thirteen Ways of Looking at a Blackbird“, das Wohlklang in einem modernistischen Kontext einsetzt.

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