Old Overholt

Frühere Jahre

Henry Oberholzer (anglisiert zu „Overholt“), ein deutscher mennonitischer Farmer, zog im Jahr 1800 nach West Overton, Pennsylvania, an den Ufern des Jacobs Creek in West Pennsylvania. Seine Familie stammte aus einer Gegend in Deutschland, die sich auf das Brennen von „Korn“, also Roggenwhiskey, spezialisiert hatte, und Henry nahm diese Tradition auf.

WachstumBearbeiten

Abraham Overholt (1784-1870)

Im Jahr 1810, übernahm Henrys Sohn Abraham Overholt (1784-1870) die Leitung der Destillerie und machte sie zu einem Unternehmen. In den 1820er Jahren produzierte die Destillerie 12 bis 15 Gallonen Roggenwhiskey pro Tag. Abraham vergrößerte das Unternehmen schnell; 1843 warben die Zeitungen in Baltimore für Overholts „Old Rye“; zu dieser Zeit wurden nur die ganz wenigen Spitzenbrennereien namentlich beworben. Bis 1859 gründete Overholt sein Unternehmen als „A. Overholt & Co.“ Er operierte von einem neuen Brennereigebäude aus, das sechs Stockwerke hoch und 100 Fuß lang war und das 860 Gallonen pro Tag produzieren konnte.

Im Jahr 1881 übernahm Abrahams Enkel Henry Clay Frick die Firma. Als einer der reichsten Menschen des Landes war die Destillerie für Frick ein sentimentales Nebengeschäft. Frick nahm Andrew Mellon und einen Charles W. Mauck als Partner auf, die jeweils ein Drittel des Unternehmens besaßen.

Im Jahr 1888 nahm Mauck den Namen „Old Overholt“ als offiziellen Namen der Firma an und fügte ein Bild von Abraham als Logo hinzu. Zu dieser Zeit begann das Unternehmen, sein Produkt in Flaschen statt in Fässern zu verkaufen. Um 1900 wurde Old Overholt zu einer nationalen Marke. In den frühen Jahren des 20. Jahrhunderts wurde Old Overholt zu einem der größten und angesehensten Whiskeys des Landes.

Frick starb im Dezember 1919 und hinterließ seinen Anteil an Andrew Mellon. Damit endete der Familienbesitz an der Firma.

ProhibitionBearbeiten

Die Old Overholt Distillery in West Overton, PA

Die nationale Prohibition von Alkohol im Jahr 1920 traf die meisten amerikanischen Brauereien und Destillerien hart und brachte viele aus dem Geschäft. Vielleicht wegen seiner Verbindung zu Mellon, der damals Finanzminister unter Warren G. Harding war, konnte Old Overholt eine Genehmigung für den Verkauf von medizinischem Whiskey erhalten. Diese Erlaubnis erlaubte es Overholt, vorhandene Whiskey-Bestände an Drogisten für den medizinischen Gebrauch zu verkaufen.

Im Jahr 1925 verkaufte Mellon auf Druck von Prohibitionisten seinen Anteil an der Firma an einen New Yorker Lebensmittelhändler und beendete damit die lokale Eigentümerschaft. Das Unternehmen wurde 1932 erneut an die National Distillers Products Co. verkauft, die mehr als 200 Marken besaß.

Krieg und Niedergang

Während des Zweiten Weltkriegs wurden Overholt und andere Whiskey-Destillerien von der Regierung angewiesen, industriellen Alkohol herzustellen. Nach Kriegsende fiel Whiskey bei der amerikanischen Öffentlichkeit in Ungnade, da die Trinker auf Wodka umstiegen. Besonders Roggenwhiskey fiel in Ungnade, und in den 1960er Jahren war Old Overholt der einzige landesweit vertriebene reine Roggenwhiskey. Die Marke kämpfte sich durch die 1970er Jahre, da die Verkäufe weiter zurückgingen. 1987 wurde Old Overholt an die James B. Beam Distilling Company, eine Tochtergesellschaft von American Brands, verkauft, die die Produktion nach Kentucky verlegte. Später wurde die Jim Beam-Sparte von Suntory übernommen.

Seit Dezember 2015 werden Old Overholt und Old Grand-Dad, die beide Marken von Beam Suntory sind, gemeinsam als „The Olds“ vermarktet.

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