Warum muss ich Kindesunterhalt zahlen, wenn ich das Sorgerecht 50/50 teile?

Kinderunterhalt und Sorgerecht sind zwei getrennte Regelungen in einem Scheidungs- oder Trennungsfall. Die Sorgerechtsregelung kann sich jedoch auf den Kindesunterhalt auswirken, da die kalifornischen Gerichte bei der Berechnung die Zeit berücksichtigen, die jeder Elternteil das physische Sorgerecht für die Kinder hat. Es ist nicht ungewöhnlich, dass ein Ehegatte das Sorgerecht 50/50 mit dem anderen Ehegatten teilt und trotzdem Kindesunterhalt schuldet. Die Gerichte werden eine Regelung anordnen, die im besten Interesse der Kinder ist, egal wie diese aussieht.

Berechnung des Kindesunterhalts in Kalifornien

Das Ziel einer Unterhaltsverfügung ist es, den Kindern einer Ehe die gleiche Lebensqualität zu bieten, die sie vor der Scheidung genossen haben. In Kalifornien gibt es eine Richtlinie für die Berechnung von Unterhaltszahlungen für Kinder. Der Zweck dieser Richtlinie ist ein zweifacher: dem Kind zumindest den Mindestunterhalt zu gewähren und eine einheitliche Berechnung der Zahlungen zu ermöglichen. Das staatliche Gesetz verlangt von den Gerichten, den Richtlinien zu folgen, mit seltenen Ausnahmen in besonderen Fällen. Die folgenden Faktoren werden von einem Richter bei der Entscheidung über den Kindesunterhalt berücksichtigt.

  • Bruttoeinkommen beider Elternteile. Dazu gehören Löhne, Trinkgelder, Provisionen, Boni, Mieteinnahmen usw.
  • Die obligatorischen Lohnabzüge jedes Elternteils und alle verfügbaren Steuerabzüge.
  • Prozentualer Anteil der Zeit, die die Kinder bei jedem Elternteil verbringen werden.
  • Die voraussichtlichen Kinderbetreuungskosten jedes Elternteils.

Die genaue Formel, die die kalifornischen Gerichte verwenden, um den Kindesunterhalt zu berechnen, lautet CS = K (HN-(H%)(TN)), wobei CS der Kindesunterhalt ist, K die kombinierte Summe der Einkommen beider Elternteile, HN das monatliche Nettoeinkommen des Elternteils, der mehr verdient, H% die geschätzte Zeit, die der Besserverdienende im Vergleich zum anderen Elternteil das Sorgerecht für die Kinder haben wird, und TN das kombinierte verfügbare monatliche Nettoeinkommen beider Eltern. Eltern können einen Unterhaltsrechner benutzen, um abzuschätzen, welche Art von Vereinbarung zu erwarten ist.

Wie sich das Sorgerecht auf den Unterhalt auswirkt

Der Schlüsselfaktor bei der Betrachtung, wie sich eine Sorgerechtsvereinbarung auf den Unterhalt auswirkt, ist H%, oder der Teil der Unterhaltsgleichung, der sich mit dem Prozentsatz der Zeit befasst, in der sich die Eltern das Sorgerecht teilen. Bei einer Aufteilung von 50%-50% wird der Wert von H gleich 50 sein. Der Elternteil multipliziert dann 50% mit dem gemeinsamen Monatseinkommen beider Elternteile und zieht diesen Betrag vom monatlichen Nettoeinkommen des Besserverdienenden ab. Schließlich nimmt der Elternteil diese Zahl und multipliziert sie mit K, der kombinierten Summe der Einkommen beider Elternteile.

In einer gemeinsamen Sorgerechtsvereinbarung, die nicht in der Mitte geteilt wird, wird der Elternteil mit dem geringeren Prozentsatz der Zeit, die mit den Kindern verbracht wird, typischerweise derjenige sein, der den Kindesunterhalt zu zahlen hat. Damit soll sichergestellt werden, dass sich beide Elternteile weiterhin aktiv um die Bedürfnisse der Kinder kümmern. Es ist auch sinnvoll, weil der Elternteil, der die Mehrheit des Sorgerechts hat, mehr Ausgaben für die Kinderbetreuung hat als der nicht sorgeberechtigte Elternteil. Bei einer 50/50-Aufteilung gilt diese Regel jedoch nicht. Da beide Elternteile zu gleichen Teilen das physische Sorgerecht haben, werden die Gerichte die Finanzen betrachten, um über den Kindesunterhalt zu entscheiden, und nicht den Prozentsatz der elterlichen Verpflichtung.

Wenn ein Elternteil deutlich mehr verdient als der andere in einem Scheidungsfall mit einer 50/50-Sorgerechtsaufteilung, wird dieser Elternteil höchstwahrscheinlich Unterhalt schulden. Jeden Elternteil gleichermaßen für die finanzielle Seite der Kinderbetreuung verantwortlich zu machen, kann nicht fair sein, wenn ein Elternteil wesentlich weniger verdient, selbst wenn beide Elternteile sich das Sorgerecht teilen. Kindesunterhalt ist für das Kind, nicht für den Elternteil. Ein Richter wird eine Unterhaltsentscheidung treffen, die auf den Interessen des Kindes in jeder Situation basiert.

Änderung von Unterhaltsverfügungen

Wenn der zahlende Elternteil einen Einkommensrückgang erfährt, wie z.B. eine Degradierung oder den Verlust des Arbeitsplatzes, kann dieser Elternteil bei Gericht eine Änderung der Unterhaltsverfügung beantragen. Die Gerichte können einem Antrag auf vorübergehende oder dauerhafte Änderung stattgeben, wenn der zahlende Elternteil einen triftigen Grund hat, wie z.B. eine Änderung des Einkommens. Eine Änderung der Sorgerechtsregelung kann auch zur Änderung einer Unterhaltsverfügung führen.

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